Gott verändert die Kirche, und dies wird wiederum die Welt verändern. Millionen von Christen in aller Welt spüren,daß sich eine neue und verblüffende Reformation anbahnt. Sie sagen:“Kirche, so wie wir sie kennen, verhindert Kirche, so wie Gott sie will.” Erstaunlich viele Christen scheinen zu spüren, daß Gott ihnen dasselbe sagen will. In der Folge entsteht ein kollektives neuesnBewußtsein für eine jahrtausende alte Offenbarung, ein gemeinsames spirituelles Echo. Ich bin überzeugt, daß die folgenen 15 Thesen einen Teil dessen wiedergeben, “was der Geist den Gemeinden heute sagt”. Für manche ist das nur eine faustgroße Wolke an Elias Horizont; andere stehen schon mitten im Regen.
15 Thesen zur Re-Inkarnation der Kirche
1. Christentum ist ein Lebensstil, nicht eine Abfolge von religiösen Veranstaltungen
Noch bevor sie Christen genannt wurden, hieß man die Nachfolger von Jesus Christus “Der Weg”. Einer der Gründe war, daß sie buchstäblich den Weg gefunden hatten, wie man lebt. Das Herzstück der christlichen Kirche wird nicht angemessen reflektiert in einer ständigen Serie von religiösen Veranstaltungen in speziell für Gottesbegegnungen reservierten kirchlichen Räumen, die von professionellen Klerikern angeboten werden. Es geht vielmehr um den prophetischen Lebensstil der Nachfolger von Jesus Christ im Alltag, die als spirituelle erweiterte Großfamilien die Antworten auf Fragen leben, die die Gesellschaft stellt, und zwar an dem Ort, wo es am meisten zählt: zuhause.
2. Zeit, das Kathegogen-System zu verändern
Die Orthodoxe und Katholische Kirche hat nach der Zeit Konstantin des Großen im 4. Jahrhundert ein religiöses System ausgebildet und sanktioniert, das aus einem „ christlichen“ Tempel (der Kathedrale) sowie einem Gottesdienst-Grundmuster bestand, das der jüdischen Synagoge nachempfunden war. Damit wurde ein nicht ausdrücklich von Gott geoffenbartes religiöses System, die „Kathe-goge”, die Mischform von Kathedrale und Synagoge, zur Kopiervorlage und zum Grundriß der Gottesdienste aller folgenden Zeiten. Gefärbt von heidnischem griechischen Gedankengut, das etwa zwischen heilig und säkular trennt, bekam das Kathegogen-Konzept die Funktion eines „Schwarzen Loches,“ das fast alle gesellschaftsverändernden Energien der Kirchen im Ansatz aufsaugte und die Christenheit für Jahrhunderte mit sich selbst absorbierte. Luther hat zwar den Inhalt des Evangeliums reformiert, die Strukturen und äußeren Formen von “Kirche” ließ er bemerkenswert unberührt. Die Freikirchen befreiten dieses kirchliche System vom Staat, die Baptisten tauften es, die Quäker haben es trockengereinigt, die Heilsarmee steckte es in eine Uniform, die Pfingstkirchen salbten und die Charismatiker erneuerten es, aber bis heute hat es niemand verändert. Doch genau dafür ist die Zeit jetzt gekommen.
3. Die Dritte Reformation
Dadurch, daß er das Evangelium von der Erlösung “nur durch die Gnade und den Glauben” wiederentdeckte, hat Luther eine Reformationder Kirche ausgelöst, eine Reformation der Theologie. Im 18. Jahrhundert kam es in Bewegungen wie den Herrenhutern zur Wiederentdeckung einer neuen persönlichen Beziehung des Einzelnen zu Gott. Dies führte zu einer Reformation der Spiritualität, der Zweiten Reformation. Nun geht Gott einen Schritt weiter und rührt die Grundformen der Kirche an, und löst damit eine Dritte Reformation aus, eine Reformation der Struktur.
4. Von Kirchen-Häusern zu Haus-Kirchen
Seit den Zeiten des neuen Testaments gibt es so etwas wie das “Haus Gottes” nicht mehr. Gott lebt nicht in Tempeln, erbaut von menschlichen Händen. Die Kirche, das ist das Volk Gottes. Die Kirche ist aus diesem Grunde genau dort zuhause, wo Menschen zuhause sind: in Wohn-Häusern. Dort teilen die Nachfolger von Christus das Leben miteinander in der Kraft des Geistes Gottes, essen zusammen, zögern oft nicht einmal, Privatbesitz zu verkaufen und materiellen und spirituellen Segen mit anderern Menschen zu teilen; sie lehren einander mitten im Lebensvollzug, wie man sich als Mensch am besten in die geistlichen Grundgesetze Gottes einfügt, und zwar nicht durch professorale Lehrvorträge, sondern dynamisch, im Frage- und Antwortstil. Dort beten sie, taufen und prophezeien füreinander. Dort können sie die Masken fallen lassen und sogar Sünden bekennen, weil sie eine neue kollektive Identität dadurch gewinnen, daß sie sich gegenseitig lieben, obwohl sie sich kennen, und einander ständig neu annehmen und vergeben.
5. Die Kirche muß erst schrumpfen, bevor sie wachsen kann
Die meisten christlichen Gemeinden sind einfach zu groß, um wirklichen Platz für Gemeinschaft zu bieten. So wurden sie zu “Gemeinden ohne Gemeinschaft.” Die Gemeinden des Neuen Testaments waren in aller Regel kleine Gruppen, typischerweise etwa 15 – 20 Menschen. Wachstum geschah nicht durch additives Aufblähen zu großen, stationären und kathedralenfüllenden Kirchengemeinden mit 20 bis 300 Personen, sondern durch multiplikatives Breitenwachstum mit Bewegungscharakter, in dem sich die Hauskirchen teilten, wenn sie die organische Grenze von etwa 15 – 20 Personen erreicht hatten. Dieses multiplikative Wachstum an der Basis ermöglichte es den Christen, auch zu stadtweiten Feier-Versammlungen wie etwa in Salomos Tempelhallen in Jerusalem zusammenzukommen. Die typische christliche Gemeinde ist heute, damit verglichen, ein trauriger Kompromiß: sie ist, statistisch gesehen, keine Hauskirche mehr, aber auch noch keine Feierveranstaltung. Damit verpaßt sie zwei von ihrem Erfinder in sie hineingedachte Dynamiken: die organisch-relationale Familienatmosphäre und die elektrisierende Großveranstaltung mit Sogwirkung.
6. Vom Ein-Pastoren-System zur Team-Struktur
Christliche Gemeinden werden nicht etwa von einem Pastor geleitet, sondern von einem Ältesten wie ein weiser und realitätsnaher Hausvater begleitet. Die lokalen Hauskirchen werden zu Bewegungen vernetzt durch die organische Verbindung der Ältesten mit dem sogenannten fünffältigen Dienst (Apostel, Propheten, Pastoren, Evangelisten und Lehrern), die “von Haus zu Haus” durch die Gemeinden zirkulieren wie in einem gesunden Blutkreislaufsystem. Hierbei kommt den apostolisch und prophetisch begabten Menschen eine besondere grundlegende Rolle zu (Eph. 4,11-12; Eph. 2,20). Der Pastor ist zwar ein wichtiger Teil des ganzen Teams, kann aber nicht mehr als ein Fragment darin sein, “die Heiligen zum Dienst zu befähigen”. Sein Dienst muß synergetisch durch die anderen vier Dienste ergänzt werden, sonst erleiden die Gemeinden durch die einseitige spirituelle Diät nicht nur geistliche Mangelkrankheiten, sondern auch er selbst kann nichts Wesentliches bewegen und in seiner Berufung aufgehen.
7. Die richtigen Teile – falsch zusammengebaut
Bei einem Puzzlespiel kommt es darauf an, daß die Teile nach der richtigen Vorlage zusammengebaut werden, sonst stimmt nicht nur das Gesamtbild nicht, sondern die einzelnen Teile ergeben keinen Sinn. Auch im Christentum stehen uns alle Teile zur Verfügung, aber wir bauen sie aus Tradition, Machtdenken und religiösem Eifer fast immer falsch zusammen. Wie es Wasser in den drei Aggregatszuständen Eis, Wasser und Dampf gibt, sind auch die Dienstgaben (Eph. 4,11-12) wie etwa die des Pastors in drei Formen vorhanden, aber oft in der falschen Form und am falschen Ort. Sie sind durch kirchlichen Klerikalismus zu Eis gefroren, existieren als klares Wasser, oder sind in die Unverbindlichkeit hinein verdampft. So wie man Blumen am besten mit Wasser begießt, müssen auch die fünf gemeindefördernden Dienste des Apostels, Propheten, Pastors, Evangelisten und Lehrers zu neuen – und kirchlich sehr alten – Formen zurückfinden, damit das ganze System zu blühen beginnt, und der Einzelne seinen sinnvollen Platz im Ganzen findet. Deshalb muß und kann die Kirche nicht das Rad der Geschichte zurückdrehen, aber sie muß zur Originalvorlage zurückkehren.
8. Aus den Händen kirchlicher Bürokraten zum Priestertum aller Gläubigen
Neutestamentlichen Gemeinde wurde nie je von einem einzelnen “heiligen Mann” oder gar “Pfarrherrn” geleitet, der stellvertretend für andere mit Gott in besonderer Verbindung steht und relativ passive religiöse Konsumenten regelmäßig abspeiste wie ein neutestamentlicher Mose. Das Christentum hat den Priesterstand als vermittelnde Pufferzone zwischen Gott und Mensch von heidnischen Religionen – oder bestenfalls dem Judentum – übernommen. Die strenge Professionalisierung der Kirche seit den Tagen Konstantin des Großen hat nun lange genug als Fluch auf der Kirche gelastet und das Volk Gottes künstlich in Laien und Klerus aufgeteilt. Nach dem Neuen Testament gibt es “nur einen Gott und nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Mensch Jesus Christus” (1.Tim.2,5). Gott hält einfach seinen Segen zurück, wenn sich religiöse Profis grundsätzlich zwischen Gott und das Volk drängen. Der Tempelvorhang ist zerissen, und Gott ermöglicht es allen Menschen, direkt zu ihm durch Jesus Christus, den einzigen Weg und Fürsprecher, Zugang zu sich zu finden. Sie müssen nicht mehr mittelbar und indirekt durch Vertreter eine religiösen Kaste Kontakt zu ihm halten. Um das mittlerweile seit 500 Jahren von der Ersten Reformation beschworene “Priestertum aller Gläubigen” in die Praxis umzusetzen, wird sich das derzeitige System einer professionalisierten und bürokratisierten Kirche völlig verändern müssen – oder in der religiösen Bedeutungslosigkeit versinken. Bürokratie ist zudem die teuflischste aller Verwaltungsformen, da sie im Grunde nur zwei Fragen stellt: Ja oder Nein. Es gibt darin kaum Raum für Spontaneität, Humanität und echtes, abwechslungsreiches Leben. Diese Strukturform mag für politische oder ökonomische Unternehmungen angebracht sein, aber nicht für das Christentum. Gott scheint mitten dabei zu sein, sein Volk aus der babylonischen Gefangenschaft kirchlicher Bürokraten und religiöser Machtmenschen zu befreien und die Kirche wieder zum Allgemeingut zu machen, in dem er sie in die Hände gewöhnlicher Menschen legt, die durch Gott zu Außergewöhnlichem berufen sind, und die, wie in alten Tagen, vielleicht immer noch nach Fisch, Parfüm oder Revolution riechen.
9. Rückkehr von organisierten zu organischen Formen des Christentums
Der “Leib Christi” ist Bildsprache für ein zutiefst organisches Wesen, und nicht eines organisierten Mechanismus. Kirche besteht auf der Lokalebene aus eine Vielzahl von geistlichen Großfamilien, die organisch zu einem Netz verbunden sind. Die Art, wie die einzelnen Gemeinden miteinander verbunden sind, ist ein integraler Bestandteil der Botschaftz des Ganzen. Aus einem Maximum an Organisation mit einem Minimum an Organismus muß wieder ein Minimum an Organsiation mit einem Maximium an Organismus werden. Zu viel Organsation hat bislang oft den Organismus “Leib Christi” wie eine Zwangsjacke erstickt aus Angst, daß etwas schief gehen könnte. Doch Angst ist das Gegenteil von Glauben, und damit nicht gerade eine christliche Tugend, auf der Gott seine Kirchen aufbauen wollte. Angst will kontrollieren können – Glaube kann vertrauen. Kontrolle mag daher gut sein, aber Vertrauen ist besser. Der Leib Christi wurde von Gott solchen Menschen zu treuen Händen anvertraut, die eine besondere charismatische Begabung haben: sie können glauben, daß Gott die Dinge auch dann noch unter Kontrolle hat, wenn sie sie selbst schon längst verloren haben. Politischer Ökumenismus und denominationelle Hierarchien haben in der Vergangenheit ihre Chance durchaus gehabt, sich zu bewähren, doch ohne Erfolg. Deshalb ist es nötig, regionale und nationale offene christliche Netzwerke zu schaffen, die auf Vertrauen basieren, damit sich wieder organische Formen von Christentum entwickeln können.
10. Christen beten Gott an, nicht ihre Gottesdienste
Von außen betrachtet stellt sich das Christentum für viele so dar: Heilige Leute gehen zu heiliger Stunde an einem heiligen Tag in ein heiliges Gebäude, um an einem heiligen Ritual teilzunehmen, zelebriert von einem heiligen Mann in heiligen Kleidern, gegen eine heilige Gebühr. Da diese regelmässigen Performance-orientierten Veranstaltungen genannt “Gottesdienst” viel organisatorisches Talent und erheblichen Verwaltungsaufwand kosten, haben sich formalistische Rituale und institutionalisierte Verhaltensmuster schnell zu religiösen Traditionen verfestigt. Doch statistisch gesprochen ist der traditionelle 1-2stündige Sonntagsgottesdienst in Größenordnungen zwischen 20 und 300 Besuchern sehr ressourcen-hungrig und produziert trotzdem nur sehr wenig Frucht in Form von Menschen, die als Jünger von Jesus bereit sind, ihr Leben zu ändern. Wirtschaftlich gesprochen ist der traditionelle Gottesdienst eine Struktur, die sehr viel Aufwand fordert, doch nur wenig Ertrag bringt. Traditionellerweise hat der Wunsch der Menschen, Gott “richtig” anzubeten zu peinlichem Denominationalismus, Konfessionalismus und Nominalismus geführt. Wenn das Christentum “der Weg des Lebens” ist, dann ist es ebenfalls in seinem Wesen informell und spontan, und wir tun ihm durch religiöse Wiederholungsrituale nur Gewalt an. Das Christentum muß sich abwenden vom Zelebrieren eindrucksvoller Schauspielkunst in kirchlichen Räumen, und wieder beginnen, eindrucksvoll im Alltag zu leben. Das dient Gott wirklich.
11. Nicht länger das Volk in die Kirche bringen, sondern die Kirche zum Volk
Die Kirche verwandelt sich wieder zurück von einer Komm-Struktur zu einer Geh-Struktur. Eine der Folgen ist, daß man nicht länger versucht, die Menschen in die Kirchen zu bringen, sondern die Kirche zu den Menschen. Die Mission der Kirche wird nie ihr Ziel erreichen, wenn sie nur zur bestehenden Struktur hinzuaddiert, sondern es wird nur durch das sauerteigartige Ausbreiten der Gemeinden durch spontane Multiplikation geschehen können, auch unter Bevölkerungsgruppen, die Jesus Christus noch nicht kennen.
12. Das Abendmahl wird als echte Mahlzeit wiederentdeckt
Kirchliche Tradition hat es fertiggebracht, das Abendmahl in homöopathischer Form “zu feiern”, mit einigen Tropfen Wein, einem geschmacklosen Keks und einem traurigen Gesicht. Das christliche “Herrenmahl” ist jedoch eine gehaltvolle Mahlzeit mit symbolischer Bedeutung, nicht ein symbolisches Mahl mit gehaltvoller Bedeutung. Gott bringt die Christen wieder weg von den Messen, zurück zum Tisch, zurück zum Essen.
13. Von Denominationen zur Stadtkirche
Jesus rief eine Bewegung ins Leben, und was kam, waren religiösen Firmen mit globalen Ketten, die ihre jeweiligen Marken des Christentums vermarkteten und miteinander konkurrenzierten. Durch diese Aufteilung in Markennamen hat der größte Teil des Protestantismus seine Stimme in der Welt verloren und ist politisch unbedeutend geworden. Viele Kirchen sind oft mehr besorgt um traditionelle Spezialitäten und religiöse Binnenzwiste als damit, mit anderen Christen ein gemeinsames Bekenntnis vor der Welt zu leben. Jesus hat die Menschen schlicht und einfach nie gebeten, sich in Denominationen zu organisieren. In den frühen Tagen der Kirche hatten die Christen eine doppelte Identität: sie waren eindeutig die Nachfolger von Jesus Christus, vertikal zu Gott bekehrt; und zweitens fanden sie zusammen auf der Basis der Geographie, wo sie sich vor Ort auch zueinander bekehrten und Gemeindebewegungen bildeten. Dies bedeutete, daß Christen sich nicht nur zu Nachbarschafts- oder Hauskirchen zusammenschlossen, wo sie ihr Leben im Alltag miteinander teilten, sondern daß sie, soviel es die jeweiligen politischen Umstände ermöglichten, ihrer neuen kollektiven Identität in Christus Ausdruck gaben und sich zu stadtweiten oder regionalen Feiergottesdiensten trafen. Dort feierten sie ihr Einssein als Gemeindebewegung der Region oder der Stadt und demonstrierten Verbundenheit und ein gemeinsames Bekenntnis vor der Welt. Gott ruft die Christenheit zu genau diesen Dimensionen zurück. Die Rückkehr zum biblischen Modell der “Stadtkirche”, also neue Glaubwürdigkeit der Hauskirchen in den Wohnquartieren, verbunden mit stadtweiten oder regionalen Feiergottesdiensten, wo wirklich alle Christen einer Region regelmäßig zusammenkommen, fördert nicht nur die kollektive Identität und spirituelle Glaubwürdigkeit der Christen, sondern es verleiht der Kirche auch wieder politisches Gewicht, und wird wieder genau das Aufsehen erregen, das die christliche Botschaft verdient.
14. Eine verfolgungs-sichere Mentalität entwickeln
Jesus, das Haupt aller Christen, hat man gekreuzigt. Heute sind seine Nachfolger mehr mit Titeln, Medaillen und ihrer respektablen Rolle in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft beschäftigt, oder , noch schlimmer, sie sind derart unchristlich angepaßt und ruhig, daß man sie fast gar nicht mehr bemerkt. “Gesegnet seid ihr, wenn ihr verfolgt werdet”, sagte Jesus. Biblisches Christentum ist eine gesunde Herausforderung und tatsächliche Bedrohung für heidnische Gottlosigkeit und Sünde, für eine Welt, die übermannt worden ist von Habsucht, Materialismus, Eifersucht und der Tendenz, aber auch wirklich alles zu glauben, solange es nicht in der Bibel steht. Das hat zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Verhaltensweisen in den Bereichen Moral, Sex, Geld und Macht geführt, die nur noch mit der Dimension des Dämonischen erklärbar sind. Das heute geläufige Christentum ist dazu bislang kein Kontrastprogramm, sondern ist in vielen Ländern einfach zu harmlos und zu nett, um verfolgungswürdig zu sein. Wenn Christen jedoch wieder damit beginnen neutestamentliche Werte und das daraus resultierende Leben zu führen, und zum Beispiel wieder Sünde unverschämt beim Namen nennen, wird die Umwelt tief im Kern ihres Gewissens getroffen und reagiert, wie gehabt, entweder mit Bekehrung oder Verfolgung. Statt sich in bequemen Zonen vermeintlich religiöser Freiheit Nester zu bauen, werden sich Christen wieder darauf vorzubereiten haben, als die Hauptangeklagten und schwarzen Schafe entdeckt zu werden, die dem weltweiten Humanismus, der modernen Sklaverei der Unterhaltung und der unverhüllten Anbetung des Ich, dem falschen Zentrum des Universums, nur im Wege stehen. Aus diesem Grunde werden erweckte Christen sehr schnell den fundamentalistischen Liberalismus und die “repressive Toleranz” einer Welt zu spüren bekommen, die ihre aboluten Normen verloren hat, weil sie sich weigerte, ihren Schöpfer-Gott mit seinen absoluten Standards anzuerkennen. Im Zusammenhang mit der wachsenden Ideologisierung, Privatisierung und Spiritualisierung von Politik und Wirtschaft werden Christen früher als sie glauben wieder ihre Chance bekomen, gemeinsam mit Jesus die Anklagebank der Wohlfühlgesellschaft zu drücken. Sie tun gut, sich schon heute auf die Zukunft vorzubereiten, indem sie eine verfolgungs-sichere Mentalität entwickeln, und konsequenterweise eine verfolgungssichere Struktur aufbauen.
15. Die Kirche kommt nach Hause
Wo ist beispielsweise der einfachste Ort für einen Mann, heilig zu sein? Er versteckt sich hinter einer großen Kanzel, und, gekleidet in heiligen Roben, predigt einer gesichtslosen Masse heilige Worte und verschwindet danach in ein Büro. Und was ist der schwierigste und deshalb bedeutungsvollste Ort für einen Mann, heilig zu sein? Zuhause, in der Gegenwart seiner Frau und der Kinder, wo alles, was er sagt und tut, einem automatischen geistlichen Lackmus-Test unterworfen wird und mit der Realität abgeglichen wird. Dort ist alles fromme Pharisäertum hoffnungslos zum Sterben verurteilt, und wird dadurch zu einem Ort der Glaubwürdigkeit. Von der Verwurzelung in der Familie als offenkundigstem Ort des Versagens sind breiteste Teile des Christentums in heilige Hallen geflohen, wo man künstliche Messen weitab des Alltags zelebriert. Gott ist jedoch mitten dabei, die Häuser als Gottesdienstorte wieder für sich zu gewinnen, und damit kehrt die Kirche wieder zu ihren eigenen Wurzeln zurück, dorthin, wo sie herkommt, zu einer Hauskirchenbewegung. Die Kirche kommt dadurch buchstäblich nach Hause, und in der letzten Phase der Menschheitsgeschichte,. Kurz vor der Rückkehr von Jesus Christus, schließt sich auch der Kreis der Kirchengeschichte. Wenn Christen aus allen sozialen Schichten und Kulturen, allen Lebenslagen und Denominationen ein deutliches Echo von dem in ihrem Geist spüren, was Gottes Geist der Gemeinde sagt, beginnen sie buchstäblich, wie ein Leib zu funktionieren, global zu hören und lokal zu handeln. Sie werden aufhören Gott darum zu bitten zu segnen was sie tun, und anfangen zu tun, was Gott segnet. Sie werden sich in der Folge in der eigenen Nachbarschaft zu Hauskirchen zusammenzufinden und sich zu regionalen oder stadtweiten Feiergottesdiensten treffen. Auch Sie sind eingeladen, sich dieser offenen Bewegung anzuschließen und ihren eigenen Beitrag zu geben. Dadurch wird wahrscheinlich auch Ihr Haus zu einem Haus, das die Welt verändert.
(Aus dem Buch von Wolfgang Simson, Häuser, die die Welt verändern, C&P Verlag, Emmelsbüll/D, 1999)
neue und verblüffende Reformation anbahnt. Sie sagen: “Kirche, so wie wir sie kennen, verhindert Kirche, so wie Gott sie will.”
Erstaunlich viele Christen scheinen zu spüren, daß Gott ihnen dasselbe sagen will. In der Folge entsteht ein kollektives neues
Bewußtsein für eine jahrtausende alte Offenbarung, ein gemeinsames spirituelles Echo. Ich bin überzeugt, daß die folgenen 15
Thesen einen Teil dessen wiedergeben, “was der Geist den Gemeinden heute sagt”. Für manche ist das nur eine faustgroße Wolke an Elias
Horizont; andere stehen schon mitten im Regen.
15 Thesen zur Re-Inkarnation der Kirche
1. Christentum ist ein Lebensstil, nicht eine Abfolge von religiösen
Veranstaltungen
Noch bevor sie Christen genannt wurden, hieß man die Nachfolger von Jesus Christus “Der Weg”. Einer der Gründe war, daß sie
buchstäblich den Weg gefunden hatten, wie man lebt. Das Herzstück der christlichen Kirche wird nicht angemessen reflektiert in einer
ständigen Serie von religiösen Veranstaltungen in speziell für Gottesbegegnungen reservierten kirchlichen Räumen, die von
professionellen Klerikern angeboten werden. Es geht vielmehr um den prophetischen Lebensstil der Nachfolger von Jesus Christ im
Alltag, die als spirituelle erweiterte Großfamilien die Antworten auf Fragen leben, die die Gesellschaft stellt, und zwar an dem Ort, wo es
am meisten zählt: zuhause.
2. Zeit, das Kathegogen-System zu verändern
Die Orthodoxe und Katholische Kirche hat nach der Zeit Konstantin des Großen im 4. Jahrhundert ein religiöses System ausgebildet und
sanktioniert, das aus einem „ christlichen“ Tempel (der Kathedrale) sowie einem Gottesdienst-Grundmuster bestand, das der jüdischen
Synagoge nachempfunden war. Damit wurde ein nicht ausdrücklich von Gott geoffenbartes religiöses System, die „Kathe-goge”, die
Mischform von Kathedrale und Synagoge, zur Kopiervorlage und zum Grundriß der Gottesdienste aller folgenden Zeiten. Gefärbt von
heidnischem griechischen Gedankengut, das etwa zwischen heilig und säkular trennt, bekam das Kathegogen-Konzept die Funktion eines
„Schwarzen Loches,“ das fast alle gesellschaftsverändernden Energien der Kirchen im Ansatz aufsaugte und die Christenheit
für Jahrhunderte mit sich selbst absorbierte. Luther hat zwar den Inhalt des Evangeliums reformiert, die Strukturen und äußeren
Formen von “Kirche” ließ er bemerkenswert unberührt. Die Freikirchen befreiten dieses kirchliche System vom Staat, die Baptisten
tauften es, die Quäker haben es trockengereinigt, die Heilsarmee steckte es in eine Uniform, die Pfingstkirchen salbten und die
Charismatiker erneuerten es, aber bis heute hat es niemand verändert. Doch genau dafür ist die Zeit jetzt gekommen.
3. Die Dritte Reformation
Dadurch, daß er das Evangelium von der Erlösung “nur durch die Gnade und den Glauben” wiederentdeckte, hat Luther eine Reformation
der Kirche ausgelöst, eine Reformation der Theologie. Im 18. Jahrhundert kam es in Bewegungen wie den Herrenhutern zur
Wiederentdeckung einer neuen persönlichen Beziehung des Einzelnen zu Gott. Dies führte zu einer Reformation der Spiritualität, der
Zweiten Reformation. Nun geht Gott einen Schritt weiter und rührt die Grundformen der Kirche an, und löst damit eine Dritte Reformation
aus, eine Reformation der Struktur.
4. Von Kirchen-Häusern zu Haus-Kirchen
Seit den Zeiten des neuen Testaments gibt es so etwas wie das “Haus Gottes” nicht mehr. Gott lebt nicht in Tempeln, erbaut von
menschlichen Händen. Die Kirche, das ist das Volk Gottes. Die Kirche ist aus diesem Grunde genau dort zuhause, wo Menschen zuhause
sind: in Wohn-Häusern. Dort teilen die Nachfolger von Christus das Leben miteinander in der Kraft des Geistes Gottes, essen zusammen,
zögern oft nicht einmal, Privatbesitz zu verkaufen und materiellen und spirituellen Segen mit anderern Menschen zu teilen; sie lehren
einander mitten im Lebensvollzug, wie man sich als Mensch am besten in die geistlichen Grundgesetze Gottes einfügt, und zwar nicht
durch professorale Lehrvorträge, sondern dynamisch, im Frage- und Antwortstil. Dort beten sie, taufen und prophezeien füreinander. Dort
können sie die Masken fallen lassen und sogar Sünden bekennen, weil sie eine neue kollektive Identität dadurch gewinnen, daß sie sich
gegenseitig lieben, obwohl sie sich kennen, und einander ständig neu annehmen und vergeben.
5. Die Kirche muß erst schrumpfen, bevor sie wachsen kann
Die meisten christlichen Gemeinden sind einfach zu groß, um wirklichen Platz für Gemeinschaft zu bieten. So wurden sie zu “Gemeinden
ohne Gemeinschaft.” Die Gemeinden des Neuen Testaments waren in aller Regel kleine Gruppen, typischerweise etwa 15 – 20 Menschen.
Wachstum geschah nicht durch additives Aufblähen zu großen, stationären und kathedralenfüllenden Kirchengemeinden mit 20 bis 300
Personen, sondern durch multiplikatives Breitenwachstum mit Bewegungscharakter, in dem sich die Hauskirchen teilten, wenn sie die
organische Grenze von etwa 15 – 20 Personen erreicht hatten. Dieses multiplikative Wachstum an der Basis ermöglichte es den Christen,
auch zu stadtweiten Feier-Versammlungen wie etwa in Salomos Tempelhallen in Jerusalem zusammenzukommen. Die typische christliche
Gemeinde ist heute, damit verglichen, ein trauriger Kompromiß: sie ist, statistisch gesehen, keine Hauskirche mehr, aber auch noch keine
Feierveranstaltung. Damit verpaßt sie zwei von ihrem Erfinder in sie hineingedachte Dynamiken: die organisch-relationale
Familienatmosphäre und die elektrisierende Großveranstaltung mit Sogwirkung.
6. Vom Ein-Pastoren-System zur Team-Struktur
Christliche Gemeinden werden nicht etwa von einem Pastor geleitet, sondern von einem Ältesten wie ein weiser und realitätsnaher
Hausvater begleitet. Die lokalen Hauskirchen werden zu Bewegungen vernetzt durch die organische Verbindung der Ältesten mit dem
sogenannten fünffältigen Dienst (Apostel, Propheten, Pastoren, Evangelisten und Lehrern), die “von Haus zu Haus” durch die Gemeinden
zirkulieren wie in einem gesunden Blutkreislaufsystem. Hierbei kommt den apostolisch und prophetisch begabten Menschen eine
G
besondere grundlegende Rolle zu (Eph. 4,11-12; Eph. 2,20). Der Pastor ist zwar ein wichtiger Teil des ganzen Teams, kann aber nicht
mehr als ein Fragment darin sein, “die Heiligen zum Dienst zu befähigen”. Sein Dienst muß synergetisch durch die anderen vier Dienste
ergänzt werden, sonst erleiden die Gemeinden durch die einseitige spirituelle Diät nicht nur geistliche Mangelkrankheiten, sondern auch er
selbst kann nichts Wesentliches bewegen und in seiner Berufung aufgehen.
7. Die richtigen Teile – falsch zusammengebaut
Bei einem Puzzlespiel kommt es darauf an, daß die Teile nach der richtigen Vorlage zusammengebaut werden, sonst stimmt nicht nur das
Gesamtbild nicht, sondern die einzelnen Teile ergeben keinen Sinn. Auch im Christentum stehen uns alle Teile zur Verfügung, aber wir
bauen sie aus Tradition, Machtdenken und religiösem Eifer fast immer falsch zusammen. Wie es Wasser in den drei Aggregatszuständen
Eis, Wasser und Dampf gibt, sind auch die Dienstgaben (Eph. 4,11-12) wie etwa die des Pastors in drei Formen vorhanden, aber oft in der
falschen Form und am falschen Ort. Sie sind durch kirchlichen Klerikalismus zu Eis gefroren, existieren als klares Wasser, oder sind in die
Unverbindlichkeit hinein verdampft. So wie man Blumen am besten mit Wasser begießt, müssen auch die fünf gemeindefördernden
Dienste des Apostels, Propheten, Pastors, Evangelisten und Lehrers zu neuen – und kirchlich sehr alten – Formen zurückfinden, damit das
ganze System zu blühen beginnt, und der Einzelne seinen sinnvollen Platz im Ganzen findet. Deshalb muß und kann die Kirche nicht das
Rad der Geschichte zurückdrehen, aber sie muß zur Originalvorlage zurückkehren.
8. Aus den Händen kirchlicher Bürokraten zum Priestertum aller Gläubigen
Neutestamentlichen Gemeinde wurde nie je von einem einzelnen “heiligen Mann” oder gar “Pfarrherrn” geleitet, der stellvertretend für
andere mit Gott in besonderer Verbindung steht und relativ passive religiöse Konsumenten regelmäßig abspeiste wie ein
neutestamentlicher Mose. Das Christentum hat den Priesterstand als vermittelnde Pufferzone zwischen Gott und Mensch von heidnischen
Religionen – oder bestenfalls dem Judentum – übernommen. Die strenge Professionalisierung der Kirche seit den Tagen Konstantin des
Großen hat nun lange genug als Fluch auf der Kirche gelastet und das Volk Gottes künstlich in Laien und Klerus aufgeteilt. Nach dem
Neuen Testament gibt es “nur einen Gott und nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Mensch Jesus Christus”
(1.Tim.2,5). Gott hält einfach seinen Segen zurück, wenn sich religiöse Profis grundsätzlich zwischen Gott und das Volk drängen. Der
Tempelvorhang ist zerissen, und Gott ermöglicht es allen Menschen, direkt zu ihm durch Jesus Christus, den einzigen Weg und
Fürsprecher, Zugang zu sich zu finden. Sie müssen nicht mehr mittelbar und indirekt durch Vertreter eine religiösen Kaste Kontakt zu ihm
halten. Um das mittlerweile seit 500 Jahren von der Ersten Reformation beschworene “Priestertum aller Gläubigen” in die Praxis
umzusetzen, wird sich das derzeitige System einer professionalisierten und bürokratisierten Kirche völlig verändern müssen – oder in der
religiösen Bedeutungslosigkeit versinken. Bürokratie ist zudem die teuflischste aller Verwaltungsformen, da sie im Grunde nur zwei
Fragen stellt: Ja oder Nein. Es gibt darin kaum Raum für Spontaneität, Humanität und echtes, abwechslungsreiches Leben. Diese
Strukturform mag für politische oder ökonomische Unternehmungen angebracht sein, aber nicht für das Christentum. Gott scheint mitten
dabei zu sein, sein Volk aus der babylonischen Gefangenschaft kirchlicher Bürokraten und religiöser Machtmenschen zu befreien und die
Kirche wieder zum Allgemeingut zu machen, in dem er sie in die Hände gewöhnlicher Menschen legt, die durch Gott zu
Außergewöhnlichem berufen sind, und die, wie in alten Tagen, vielleicht immer noch nach Fisch, Parfüm oder Revolution riechen.
9. Rückkehr von organisierten zu organischen Formen des Christentums
Der “Leib Christi” ist Bildsprache für ein zutiefst organisches Wesen, und nicht eines organisierten Mechanismus. Kirche besteht auf der
Lokalebene aus eine Vielzahl von geistlichen Großfamilien, die organisch zu einem Netz verbunden sind. Die Art, wie die einzelnen
Gemeinden miteinander verbunden sind, ist ein integraler Bestandteil der Botschaftz des Ganzen. Aus einem Maximum an Organisation
mit einem Minimum an Organismus muß wieder ein Minimum an Organsiation mit einem Maximium an Organismus werden. Zu viel
Organsation hat bislang oft den Organismus “Leib Christi” wie eine Zwangsjacke erstickt aus Angst, daß etwas schief gehen könnte. Doch
Angst ist das Gegenteil von Glauben, und damit nicht gerade eine christliche Tugend, auf der Gott seine Kirchen aufbauen wollte. Angst
will kontrollieren können – Glaube kann vertrauen. Kontrolle mag daher gut sein, aber Vertrauen ist besser. Der Leib Christi wurde von
Gott solchen Menschen zu treuen Händen anvertraut, die eine besondere charismatische Begabung haben: sie können glauben, daß Gott
die Dinge auch dann noch unter Kontrolle hat, wenn sie sie selbst schon längst verloren haben. Politischer Ökumenismus und
denominationelle Hierarchien haben in der Vergangenheit ihre Chance durchaus gehabt, sich zu bewähren, doch ohne Erfolg. Deshalb ist
es nötig, regionale und nationale offene christliche Netzwerke zu schaffen, die auf Vertrauen basieren, damit sich wieder organische
Formen von Christentum entwickeln können.
10. Christen beten Gott an, nicht ihre Gottesdienste
Von außen betrachtet stellt sich das Christentum für viele so dar: Heilige Leute gehen zu heiliger Stunde an einem heiligen Tag in ein
heiliges Gebäude, um an einem heiligen Ritual teilzunehmen, zelebriert von einem heiligen Mann in heiligen Kleidern, gegen eine heilige
Gebühr. Da diese regelmässigen Performance-orientierten Veranstaltungen genannt “Gottesdienst” viel organisatorisches Talent und
erheblichen Verwaltungsaufwand kosten, haben sich formalistische Rituale und institutionalisierte Verhaltensmuster schnell zu religiösen
Traditionen verfestigt. Doch statistisch gesprochen ist der traditionelle 1-2stündige Sonntagsgottesdienst in Größenordnungen zwischen 20
und 300 Besuchern sehr ressourcen-hungrig und produziert trotzdem nur sehr wenig Frucht in Form von Menschen, die als Jünger von
Jesus bereit sind, ihr Leben zu ändern. Wirtschaftlich gesprochen ist der traditionelle Gottesdienst eine Struktur, die sehr viel Aufwand
fordert, doch nur wenig Ertrag bringt. Traditionellerweise hat der Wunsch der Menschen, Gott “richtig” anzubeten zu peinlichem
Denominationalismus, Konfessionalismus und Nominalismus geführt. Wenn das Christentum “der Weg des Lebens” ist, dann ist es
ebenfalls in seinem Wesen informell und spontan, und wir tun ihm durch religiöse Wiederholungsrituale nur Gewalt an. Das Christentum
muß sich abwenden vom Zelebrieren eindrucksvoller Schauspielkunst in kirchlichen Räumen, und wieder beginnen, eindrucksvoll im
Alltag zu leben. Das dient Gott wirklich.
11. Nicht länger das Volk in die Kirche bringen, sondern die Kirche zum
Volk
Die Kirche verwandelt sich wieder zurück von einer Komm-Struktur zu einer Geh-Struktur. Eine der Folgen ist, daß man nicht länger
versucht, die Menschen in die Kirchen zu bringen, sondern die Kirche zu den Menschen. Die Mission der Kirche wird nie ihr Ziel
erreichen, wenn sie nur zur bestehenden Struktur hinzuaddiert, sondern es wird nur durch das sauerteigartige Ausbreiten der Gemeinden
durch spontane Multiplikation geschehen können, auch unter Bevölkerungsgruppen, die Jesus Christus noch nicht kennen.
12. Das Abendmahl wird als echte Mahlzeit wiederentdeckt
Kirchliche Tradition hat es fertiggebracht, das Abendmahl in homöopathischer Form “zu feiern”, mit einigen Tropfen Wein, einem
geschmacklosen Keks und einem traurigen Gesicht. Das christliche “Herrenmahl” ist jedoch eine gehaltvolle Mahlzeit mit symbolischer
Bedeutung, nicht ein symbolisches Mahl mit gehaltvoller Bedeutung. Gott bringt die Christen wieder weg von den Messen, zurück zum
Tisch, zurück zum Essen.
13. Von Denominationen zur Stadtkirche
Jesus rief eine Bewegung ins Leben, und was kam, waren religiösen Firmen mit globalen Ketten, die ihre jeweiligen Marken des
Christentums vermarkteten und miteinander konkurrenzierten. Durch diese Aufteilung in Markennamen hat der größte Teil des
Protestantismus seine Stimme in der Welt verloren und ist politisch unbedeutend geworden. Viele Kirchen sind oft mehr besorgt um
traditionelle Spezialitäten und religiöse Binnenzwiste als damit, mit anderen Christen ein gemeinsames Bekenntnis vor der Welt zu leben.
Jesus hat die Menschen schlicht und einfach nie gebeten, sich in Denominationen zu organisieren. In den frühen Tagen der Kirche hatten
die Christen eine doppelte Identität: sie waren eindeutig die Nachfolger von Jesus Christus, vertikal zu Gott bekehrt; und zweitens fanden
sie zusammen auf der Basis der Geographie, wo sie sich vor Ort auch zueinander bekehrten und Gemeindebewegungen bildeten. Dies
bedeutete, daß Christen sich nicht nur zu Nachbarschafts- oder Hauskirchen zusammenschlossen, wo sie ihr Leben im Alltag miteinander
teilten, sondern daß sie, soviel es die jeweiligen politischen Umstände ermöglichten, ihrer neuen kollektiven Identität in Christus Ausdruck
gaben und sich zu stadtweiten oder regionalen Feiergottesdiensten trafen. Dort feierten sie ihr Einssein als Gemeindebewegung der Region
oder der Stadt und demonstrierten Verbundenheit und ein gemeinsames Bekenntnis vor der Welt. Gott ruft die Christenheit zu genau
diesen Dimensionen zurück. Die Rückkehr zum biblischen Modell der “Stadtkirche”, also neue Glaubwürdigkeit der Hauskirchen in den
Wohnquartieren, verbunden mit stadtweiten oder regionalen Feiergottesdiensten, wo wirklich alle Christen einer Region regelmäßig
zusammenkommen, fördert nicht nur die kollektive Identität und spirituelle Glaubwürdigkeit der Christen, sondern es verleiht derKirche
auch wieder politisches Gewicht, und wird wieder genau das Aufsehen erregen, das die christliche Botschaft verdient.
14. Eine verfolgungs-sichere Mentalität entwickeln
Jesus, das Haupt aller Christen, hat man gekreuzigt. Heute sind seine Nachfolger mehr mit Titeln, Medaillen und ihrer respektablen Rolle
in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft beschäftigt, oder , noch schlimmer, sie sind derart unchristlich angepaßt und ruhig, daß man sie fast
gar nicht mehr bemerkt. “Gesegnet seid ihr, wenn ihr verfolgt werdet”, sagte Jesus. Biblisches Christentum ist eine gesunde
Herausforderung und tatsächliche Bedrohung für heidnische Gottlosigkeit und Sünde, für eine Welt, die übermannt worden ist von
Habsucht, Materialismus, Eifersucht und der Tendenz, aber auch wirklich alles zu glauben, solange es nicht in der Bibel steht. Das hat zur
gesellschaftlichen Akzeptanz von Verhaltensweisen in den Bereichen Moral, Sex, Geld und Macht geführt, die nur noch mit der
Dimension des Dämonischen erklärbar sind. Das heute geläufige Christentum ist dazu bislang kein Kontrastprogramm, sondern ist in
vielen Ländern einfach zu harmlos und zu nett, um verfolgungswürdig zu sein. Wenn Christen jedoch wieder damit beginnen,
neutestamentliche Werte und das daraus resultierende Leben zu führen, und zum Beispiel wieder Sünde unverschämt beim Namen nennen,
wird die Umwelt tief im Kern ihres Gewissens getroffen und reagiert, wie gehabt, entweder mit Bekehrung oder Verfolgung. Statt sich in
bequemen Zonen vermeintlich religiöser Freiheit Nester zu bauen, werden sich Christen wieder darauf vorzubereiten haben, als die
Hauptangeklagten und schwarzen Schafe entdeckt zu werden, die dem weltweiten Humanismus, der modernen Sklaverei der Unterhaltung
und der unverhüllten Anbetung des Ich, dem falschen Zentrum des Universums, nur im Wege stehen. Aus diesem Grunde werden
erweckte Christen sehr schnell den fundamentalistischen Liberalismus und die “repressive Toleranz” einer Welt zu spüren bekommen, die
ihre aboluten Normen verloren hat, weil sie sich weigerte, ihren Schöpfer-Gott mit seinen absoluten Standards anzuerkennen. Im
Zusammenhang mit der wachsenden Ideologisierung, Privatisierung und Spiritualisierung von Politik und Wirtschaft werden Christen
früher als sie glauben wieder ihre Chance bekomen, gemeinsam mit Jesus die Anklagebank der Wohlfühlgesellschaft zu drücken. Sie tun
gut, sich schon heute auf die Zukunft vorzubereiten, indem sie eine verfolgungs-sichere Mentalität entwickeln, und konsequenterweise
eine verfolgungssichere Struktur aufbauen.
15. Die Kirche kommt nach Hause
Wo ist beispielsweise der einfachste Ort für einen Mann, heilig zu sein? Er versteckt sich hinter einer großen Kanzel, und, gekleidet in
heiligen Roben, predigt einer gesichtslosen Masse heilige Worte und verschwindet danach in ein Büro. Und was ist der schwierigste und
deshalb bedeutungsvollste Ort für einen Mann, heilig zu sein? Zuhause, in der Gegenwart seiner Frau und der Kinder, wo alles, was er sagt
und tut, einem automatischen geistlichen Lackmus-Test unterworfen wird und mit der Realität abgeglichen wird. Dort ist alles fromme
Pharisäertum hoffnungslos zum Sterben verurteilt, und wird dadurch zu einem Ort der Glaubwürdigkeit. Von der Verwurzelung in der
Familie als offenkundigstem Ort des Versagens sind breiteste Teile des Christentums in heilige Hallen geflohen, wo man künstliche
Messen weitab des Alltags zelebriert. Gott ist jedoch mitten dabei, die Häuser als Gottesdienstorte wieder für sich zu gewinnen, und damit
kehrt die Kirche wieder zu ihren eigenen Wurzeln zurück, dorthin, wo sie herkommt, zu einer Hauskirchenbewegung. Die Kirche kommt
dadurch buchstäblich nach Hause, und in der letzten Phase der Menschheitsgeschichte,. Kurz vor der Rückkehr von Jesus Christus,
schließt sich auch der Kreis der Kirchengeschichte.
enn Christen aus allen sozialen Schichten und Kulturen, allen Lebenslagen und Denominationen ein deutliches Echo von dem in
ihrem Geist spüren, was Gottes Geist der Gemeinde sagt, beginnen sie buchstäblich, wie ein Leib zu funktionieren, global zu
hören und lokal zu handeln. Sie werden aufhören Gott darum zu bitten zu segnen was sie tun, und anfangen zu tun, was Gott
segnet. Sie werden sich in der Folge in der eigenen Nachbarschaft zu Hauskirchen zusammenzufinden und sich zu regionalen
oder stadtweiten Feiergottesdiensten treffen. Auch Sie sind eingeladen, sich dieser offenen Bewegung anzuschließen und ihren eigenen
Beitrag zu geben. Dadurch wird wahrscheinlich auch Ihr Haus zu einem Haus, das die Welt verändert.
(Aus dem Buch von Wolfgang Simson, Häuser, die die Welt verändern, C&P Verlag, Emmelsbüll/D, 1999)
W
Alles was diese Punkte beinhaltet kann ich mit einem klaren Amen unterstreichen. Das was ich seit Jahren im Herzen habe wird hier in gute Worte gefasst. Ich glaube in meiner Schwachheit und unzulänglichkeit habe ich eine apostolische Berufung darf ich ein Pionier dieser neuen Gemeinschaftsform sein. Betet für mich und meine Familie das unser Glaube daran nicht aufhört.
Shalom Stefan
Von: Stefan Rudnik am 20. Oktober 2010
um 07:09
Shalom Stefan,
Gott ist so gut, er führt uns und legt sein Feuer in unser Herz, er leitet uns und demütigt uns. Ich möchte Dich und Deine Familie ermuntern weiter zu gehen, nicht auf die Umstände zu achten, einfach im vertrauen auf Gott seinen Weg gehen. Es scheint oft wie ein Berg zu sein, der vor einem Steht, wie etwas das man nicht umsetzen kann in unserer Welt in unserer Zeit. Doch das gute daran ist, wir müssen den Berg nicht verschieben, er wird es machen.
Seit weiterhin voller Zuversicht, er wird es vollbringen.
Lasst uns anfangen in sein Königsreich einzutreten, hier in Europa, mit Ihm als König. Ich liebe deine Worte, in deiner Schwachheit und Unzulänglichkeit, Amen! Durch seine Stärke und Weisheit!
Seit Gesegnet meine Geschwister!
Von: gemeindedna am 20. Oktober 2010
um 09:37
Shalom Stefan,
Gott ist so gut, er führt uns und legt sein Feuer in unser Herz, er leitet uns und demütigt uns. Ich möchte Dich und Deine Familie ermuntern weiter zu gehen, nicht auf die Umstände zu achten, einfach im vertrauen auf Gott seinen Weg gehen. Es scheint oft wie ein Berg zu sein, der vor einem Steht, wie etwas das man nicht umsetzen kann in unserer Welt in unserer Zeit. Doch das gute daran ist, wir müssen den Berg nicht verschieben, er wird es machen.
Seit weiterhin voller Zuversicht, er wird es vollbringen.
Lasst uns anfangen in sein Königsreich einzutreten, hier in Europa, mit Ihm als König. Ich liebe deine Worte, in deiner Schwachheit und Unzulänglichkeit, Amen! Durch seine Stärke und Weisheit!
Seit Gesegnet meine Geschwister!
+1
Von: Rosa am 15. September 2011
um 22:37
endlich habe ich gefunden, wonach ich seit 23 Jahren suchte!
Es gibt sie wirklich, die echte Familie Gottes, die nicht in Ritualen
festgefahren ist und mit einem “Leiter”, der alles kann und weiß und doch unseren Erlöser nicht richtig kennt.
Ich sehe ganz deutlich Gottes Führung, dass mir in den letzten Wochen die
entsprechende Literatur begegnet ist!
Wo sind die Gläubigen, die auch auf der Suche nach dem echten Weg sind?
Jesus wird uns zusammenführen!!
Heinrich
Von: Heinrich Oberndorfer am 8. November 2011
um 17:20
Danke Dir Heinrich für Dein Kommentar. Es ist immer erstaunlich wie Gott uns führt und leitet. Er ist unser Hirte und seiner Stimme folgen wir! Sei gesegnet auf deinem Weg. Liebe Grüsse, Thomas
Von: gemeindedna am 3. Januar 2012
um 15:33